Das Wort des Präsidenten
16.11.2025Wann könnte ich wo was warum verpassen?
Es ist doch grossartig, überall auf der Welt per Knopfdruck oder
Touchscreen verbunden zu sein – was noch kurzum als Science-Fiction
galt, ist heute totale Realität.
Auf dem Liveticker kann man zeitgleich verfolgen, welcher Drohneneinsatz
in welchem Land wie viel Schaden anrichten wird, welcher Handschlag in
Alaska oder im Libanon wie lange halten wird, wer am ESAF mit welchem
Schlänggu gewinnt usw…
Ja, so abhängig sind wir schon von dieser wundervollen und mit Sicherheit
praktischen Technologie! Schon eine kleine Ferienreise ohne Zugriff auf
booking.com oder GetYourGuide wird zunehmend schwieriger …
Wie wohltuend ist es aber dagegen, ein paar handgeschriebene Zeilen per
Post zu erhalten. Wie angenehm, wenn man unterwegs nicht erreicht
werden kann. Wie herrlich, wenn man nicht alle paar Minuten durch einen
Piepston an sein Smartphone gehetzt wird.
Das schwierigste Unterfangen ist, sich selber von der Vorstellung zu lösen,
dass man permanent verfügbar sein muss oder dass man jede Information
umgehend haben muss.
Eine simple Übung ist, das Handy eine Zeit lang auszuschalten,
mindestens die ganze Nacht und vielleicht auch tagsüber einige Stunden.
Anschliessend kann man in Ruhe analysieren, ob einem wirklich etwas
entgangen ist. Normalerweise ist man völlig erstaunt, wie wenig man auf
diese Art verpasst …
Ich wünsche nach der grossen Augusthitze noch einen farbigen Herbst mit
hoffentlich möglichst wenig Natel-Stunden!
Euer Präsident
Frank Pfirter